SPD-Ortsverein Eggenfelden

Altbürgermeister Hans Kreck ist tot

Presse

Eggenfelden. Zuletzt war es ein Auf und Ab. Vor Weihnachten stand es gar nicht gut um Hans Kreck, dann ging es gesundheitlich wieder hoffnungsvoll bergauf mit dem Altbürgermeister. Irgendwie schien er doch unverwundbar zu sein, so wie er es politisch war in den langen Jahren, in denen er in seiner zupackenden, vorwärts drängenden und doch immer staatsmännisch-honorigen Art die Symbolfigur darstellte für den wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung der Stadt. Am Mittwoch noch nahm er als Vorstandsvorsitzender an einer Sitzung der Sozialen Wohnungsbaugenossenschaft teil, gestern nun die Nachricht, die ganz Eggenfelden trauern lässt: 90-jährig ist Hans Kreck in seinem Haus am Schmiedberg gestorben.

Seine Kräfte, die ihn nie müde werden ließen, auch nicht im Kampf mit den Gebrechen des Alters, hat Hans Kreck 30 Jahre lang als Rathauschef mit überragenden Resultaten für die Stadt eingesetzt. Einem kleinen politischen Erdbeben kam es gleich, als er 1960 als 39-jähriger selbständiger Glasermeister mit SPD-Parteibuch in der konservativ geprägten und politisch dominierten Kleinstadt zum Bürgermeister gewählt wurde. Das Experiment, einen "Sozi" an die Spitze gewählt zu haben, sollten die Eggenfeldener nicht bereuen, ganz im Gegenteil. Pragmatisch, mit einem scharfen Blick für das Machbare, vor allem aber für das Notwendige ging Kreck daran, Eggenfelden zu einem lebendigen, leistungsstarken Mittelzentrum zu entwickeln.

Sein Temperament, die beeindruckende Präsenz seiner hünenhaften Statur und die Wucht seiner Rhetorik, die politische Gegner schon mal das Fürchten lehrte, halfen ihm zuverlässig über die Hürden. Kreck, der Vollblutpolitiker, konnte aber auch anders. Mit Charme sein Gegenüber einzugarnen, war ihm ebenso gegeben wie durch Wortgewalt ans Ziel zu kommen.

So oder so, unterm Strich überzeugte Kreck durch nichts mehr als die Bilanz seiner Arbeit. Die Eggenfeldener erkannten schnell, dass ihre Stadt bei ihm in guten Händen ist, dass er sich für sie zerreißen würde. Einen Jungredakteur, der es gewagt hatte, einen halbwegs kritischen Artikel über eine Stadtratssitzung zu schreiben, zitierte er am nächsten Morgen zu sich, nicht um ihm den Kopf zu waschen, sondern um ihm freundlich, aber bestimmt einzuschärfen: "Sie dürfen alles schreiben, es darf nur der Stadt nicht schaden." Alles zum Wohl der Stadt, das war das Credo von Hans Kreck.

Die Wähler wussten das und honorierten es reichlich. Bei allen folgenden Wahlen ums Bürgermeisteramt degradierte Kreck seine Gegenkandidaten zu Statisten. Mit und durch ihn wurde Eggenfelden für eine respektable Zahl von Jahren zu einer SPD-Hochburg in der niederbayerischen Diaspora.

So stolz er sein Parteibuch auch mit sich trug und so stark seine soziale Ader auch schlagen mochte, Hans Kreck konnte mit allen, mit Unternehmern, Kulturschaffenden und Ministerialräten genauso wie mit dem einfachen Mann von der Straße.

Dass Wirtschaft und Soziales keine Gegensätze sein müssen, lebte er als Mensch und Amtsperson vor. Weil er auf den gesunden Ausgleich der Interessen bedacht war, gelangen ihm und seinen Mitstreitern Mammutprojekte wie die Hochwasserfreilegung in den sechziger und siebziger Jahren. Dass diese für die Stadtentwicklung so wichtige Jahrhundertmaßnahme trotz vieler Widerstände gelang, darauf war Hans Kreck zeitlebens mächtig stolz. "Das war die wichtigste kommunalpolitische Aktion meiner Amtszeit, viele Nerven hat sie gekostet", erinnerte er sich bei der Feier seines 90. Geburtstages Anfang Juli letzten Jahres.

Die Ära Kreck steht für eine Legion erfolgreich abgeschlossener Projekte, sei es für die Wasserversorgung, die Errichtung des Sport- und Freizeitparks, den Rathausneubau, die Ausweisung großer Wohn- und Gewerbegebiete, den Bau des Schulzentrums und der Stadtbibliothek, den Aufbau der Musikschule, die Schaffung von Naherholungsgebieten, den Freibadbau, den Aufbau oder die Pflege intensiver Kontakte mit der Partnerstadt Carcassonne.

Die Stadt voranzubringen, war Hans Kreck auch nach seinem altersbedingten Abtritt von der Bühne des Rathauschefs ein Herzensbedürfnis. Als Stadtrat, lange Jahre zuvor schon als Kreisrat, drehte er mit gewohnter Verve mit an den Stellschrauben der Kommunalpolitik. Auch in der zweiten Reihe spielte er nicht selten die erste Geige. Dazu kam sein gesellschaftliches Engagement, ob im Heimatverein, dem er lange Jahre vorstand, oder in der Sozialen Wohnungsbaugenossenschaft, deren Geschicke er buchstäblich bis zum letzten Atemzug lenkte.

Selbstredend, dass die Stadt Hans Kreck die Ehrenbürgerwürde verliehen hat. Nicht ganz so selbstverständlich, dass sie schon zu seinen Lebzeiten eine Straße nach ihm benannte. Nur den Größten wird solche Ehre zuteil.

(Quelle: Rottaler Anzeiger, 11.02.2012)




 
 

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