Grünes Licht für Streetworker

Veröffentlicht am 06.12.2010 in Ratsfraktion

Finanzierung erfolgt über den Landkreis

Eggenfelden. Rund ein Jahr ist vergangen, dass unter das Projekt „Streetwork“ ein Schlussstrich gezogen worden ist. „Schweren Herzens“ habe der Stadtrat für das Aus gestimmt , hieß es damals. Doch die schlechte finanzielle Situation habe den Schritt nötig gemacht. Jedoch waren sich alle Fraktionen einig, die Stelle wieder zu besetzen, wenn es die Finanzen zulassen.

Nun erfuhren die Stadträte im Hauptausschuss, dass es möglich sei, wieder einen Streetworker zu beschäftigen - und zwar über den Landkreis. Und da es auch noch Fördergelder gibt und die Stadt in den ersten beiden Jahren „nur“ 7500 Euro jährlich beisteuern muss, votierte das Gremium einstimmig dafür.

„Ich bedanke mich bei der SPD-Fraktion für die kooperative Zusammenarbeit und dass uns die Zeit gelassen wurde, entsprechende Gespräche zu führen“, sagte Bürgermeister Werner Schießl. Die SPD hatte im Juni die Wiederbesetzung der Streetworkerstelle beantragt und dazu Möglichkeiten der Finanzierung aufgeführt.

Diese Fördermöglichkeiten seien geprüft worden, erfuhren die Stadträte von der Verwaltung. Grundsätzlich sei jedoch zu sagen, dass es sich in keinem Fall um eine Dauerförderung von Personalstellen handelte, sondernumfest umrissene, in aller Regel zeitlich befristete Projekte. Dies sei aber nicht sinnvoll. Zudem seien bei jeder Projektförderung auch Eigenmittel notwendig. Einen Streetworker ohne städtische Finanzmittel gebe es nur dann, wenn der Landkreis im Rahmen seiner Zuständigkeit einen Streetworker vollständig finanzieren würde. „Grundsätzlich ist festzustellen, dass die Finanzierung eines Streetworkers eine freiwillige Leistung der Stadt ist und es sich um keine Pflichtaufgabe handelt“ , betonte der Bürgermeister.

Daher habe er mit Manfred Weindl vom Amt für Jugend und Familie am Landratsamt gesprochen , so Schießl. Und dieser habe eine Möglichkeit gefunden Finanzierung erfolgt über Landkreis über eine Förderung durch die Regierung von Niederbayern die Finanzierung zu gewährleisten. Geplant sei, dass künftig die drei Städte des Landkreises jeweils eine Stelle erhalten. Pfarrkirchen betreffe dies aber erst, wenn die Förderung ihrer Streetworker- Stelle über das Programm „Soziale Stadt“ auslaufe, sagte der Bürgermeister. Für Simbach und Eggenfelden könne jedoch sofort ein Antrag gestellt werden.

Laut Schießl kosten die beiden Vollzeitstellen 100 000 Euro im Jahr. Hinzu kommen noch Sachkosten von 20 000 Euro. In den ersten beiden Jahren übernehme der Freistaat 70 Prozent der Personalkosten. 15 Prozent müssten Eggenfelden und Simbach finanzieren. „Damit bleiben uns 7500 Euro“, so Schießl. Den Rest übernehme der Landkreis. In den Folgejahren verringern sich die staatlichen Zuwendungen kontinuierlich um zehn Prozent. Ab dem siebten Jahr entfallen sie vollständig. Dann müsste die Stadt 18 000 Euro im Jahr zahlen, so Schießl. Das Projekt könne gestartet werden, wenn der Landkreis einen Beschluss fasse und den Finanzierungsanteil übernehme, so die Verwaltung. Danach könnte der Förderantrag bei der Regierung gestellt werden.

„Ich halte dies für eine grundsätzlich gute Lösung“, meinte Karl Riedler (SPD). Denn die Notwendigkeit, die Stelle eines Streetworkers zu besetzen, sei auf alle Fälle gegeben. Die Vorsitzende der SPD-Fraktion, Renate Hebertinger, bedankte sich bei der Verwaltung für die gute Zusammenarbeit. „Wenn Stadt und Landkreis miteinander eine Lösung finden, ist das positiv.“ Davon würden vor allem die Jugendlichen profitieren, die man nicht mehr alleine auf der Straße stehen lasse. „Wir finden das gut“, sagte Hans Weinmayr für die CSU - vor allem, dass diese Sache nun eine Ebene höher beim Landkreis angesiedelt sei.

(Quelle: Rottaler Anzeiger, 03.12.2010)

 
 

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