„Die Jugend hat ein Recht auf Streetwork“ - SPD kämpft um Wiedereinführung der Streetwork-Stelle

Veröffentlicht am 09.07.2010 in Jugend

Setzen sich für einen dauerhafte Streetwork-Stelle in Eggenfelden ein...

Bei seiner Begrüßung teilte SPD Ortsvorsitzender Lars Knebler den Anwesenden Zuhörern der Veranstaltung „mehr Jugendarbeit – Streetwork für Eggenfelden – jetzt!“ mit, dass sich die SPD nicht mit einem Aus der Streetwork in Eggenfelden zufrieden gegeben werde. Deswegen habe man den Experten Martin Windisch, Fachreferent für Mobile Jugendarbeit/ Streetwork des Bayerischen Jugendrings als Referenten engagiert. Unter den Zuhöreren waren neben 1. Bürgermeister Werner Schießl (FWG) und 3. Bürgermeisterin Johanna Leipold (SPD) auch der stellv. Landrat Karl Riedler (SPD), sowie die Fraktionsvorsitzende Renate Hebertinger (SPD) und das Mitglied des Jugendhilfeausschusses Dr. Hans-Georg Wesemann (SPD), die Stadträte Hans-Peter Luibl und Martin Roiner (beide SPD), sowie Vertreterinnen und Vertreter des Kreisjugendringes, des Eggenfeldener JUZ und der Jugend gegen Rechts anwesend.

Streetwork - eine Institution in Eggenfelden
In seinem Impulsreferat stellte der stellv. SPD Ortsvorsitzende Benjamin Lettl nochmals die zahlreichen Verdienste des Streetworkers Axel Reindl heraus. Das Besondere an Streetwork sei laut Lettl die lebensweltbezogene Arbeitsweiseweise, bei der sich der Streetworker in das Umfeld der Jugendlichen begebe. Neben einer individuellen und engmaschigen Betreuung von benachteiligten Jugendlichen habe Reindl mit seinem Sucht-Präventionsprojekt mehr als 2000 Jugendliche erreichen können. Mit den Worten von Axel Reindl, dass Streetwork zu einer Institution in Eggenfelden geworden sei, beendete Lettl seine einführenden Worte.

Martin Windisch vom Bayerischen Jugendring erläuterte den Anwesenden, dass es sich bei Streetwork um einen akzeptierenden Ansatz handle, also um keine Aufräum- oder Polizeiarbeit. Vielmehr gehe es darum, dass die Jugendlichen die Regeln bestimmen können und der Streetworker als Vermittler zwischen Jugendlichen und weiteren Beteiligten (Anwohner, Stadt, Polizei) tätig sein könne. Die Beziehungsarbeit, welche der Streetworker leisten müsse, um von den Jugendlichen akzeptiert zu werden, beschrieb Windisch als einen langwierigen Prozess.

Auf die Frage des Referenten, weswegen die Streetwork-Stelle nicht besetzt ist, antwortete stellv. Landrat Karl Riedler, dass die finanzielle Situation der Grund sei, ganz egal, ob man dies für richtig oder falsch halte. Bürgermeister Schießl betonte, dass Axel Reindl „sehr erfolgreich“ war, aber die Stelle bis 01.04.2010 befristet gewesen sei.

"Bedarf" an Streetwork ist eindeutig
Für den stellv. Ortsvorsitzenden Benjamin Lettl ist es unverständlich, dass man nach der Kündigung von Herrn Reindl, die Stelle nicht wiederbesetzt und den Kooperationsvertrag verlängert habe. „Am
wenigsten hilft diese verfahrene Situation den betroffenen Jugendlichen“: so Lettl. Fraktionsvorsitzende Renate Hebertinger bestätigte, dass man sich Seitens des Stadtrates hier zu wenig Gedanken gemacht habe, obwohl Axel Reindl einen Bedarf ermittelt habe. 3. Bürgermeisterin Johanna Leipold bestätigte, dass eine Notwendigkeit von Streetwork außer Frage stehe.

Konkrete Hilfe an Jugendliche
Die Jugend gegen Rechts ist sich sicher, dass auch ein neuer Streetworker schnell Vertrauen zu den Jugendlichen aufbauen könne. Sie würden eine baldige Neubesetzung der Streetwork-Stelle absolut befürworten. Der Arbeit von Axel Reindl stellten die anwesenden Jugendlichen ein absolut positives Zeugnis aus. Martin Windisch bestätigte, dass Jugendliche nicht mehr ernst genommen werden, wenn plötzlich nichts mehr da ist. Der Personalwechsel sei in der Jugendarbeit nichts Besonderes und gerade die offene Jugendarbeit befinde sich in einem ständigen Aufbau und mit darauffolgenden Krisensituationen. Kreisrat Dr. Hans-Georg Wesemann (SPD) stellte die Wichtigkeit von Streetwork neben den aktuellen Ausbau von Sozialarbeit an Schulen, da dadurch konkrete Hilfe an Jugendlichen, die sich außerhalb des Systems befinden vermittelt werden könne. Seiner Ansicht nach müsse man beide Bereiche weiter ausbauen, um alle Jugendlichen in der Gesellschaft auch erreichen zu können.

Streetwork ist Pflichaufgabe der Kommunen
Martin Windisch teilte den anwesenden Kommunalpolitikern mit, dass Jugendarbeit zu einer Pflichtaufgabe der Kommunen nach dem SGB VIII gehöre, wenn eine Bedarfssituation bestehe. Im Klartext heißt das, dass Jugendarbeit keine freiwillige Leistung darstelle. Zudem gebe es beim Bayerischen Jugendring eine Stelle, welche sich ausschließlich mit den Finanzierungsmöglichkeiten von Jugendhilfe beschäftige, an die sich die Kommunen jederzeit wenden könnten.

Martin Windisch erläuterte, dass es sinnvoll sei, wenn eine Finanzierung von Streetwork auf mehreren Standbeinen aufbauen würde. Es gebe ausreichend Töpfe zur Finanzierung von Jugendarbeit, auch der bjr unterstütze einige Projekte finanziell. Streetwork lasse sind nicht eins zu eins finanziell umrechnen, ab wann man das ausgegeben Geld auch wieder zurückbekomme. Windisch ist sich aber sicher, dass die Stadt durch Maßnahmen wie Streetwork langfristig an Lebensqualität gewinne, da mit den Jugendlichen nicht nur defizitär gearbeitet werde, sondern das Klima in Eggenfelden maßgeblich verbessert werden könne.

Bürgermeister schlägt Kooperation vor
1. Bürgermeister Werner Schießl schlug abschließend vor, zusammen mit Kreisrätin Renate Hebertinger (SPD) beim Landratsamt um Unterstützung werben zu wollen. Zudem prüfe die Stadt Eggenfelden diverse Finanzierungsmöglichkeiten.

Mit einem Buchpräsent bedankten sich Lars Knebler und Benjamin Lettl im Namen des SPD Ortsvereines Eggenfelden bei Martin Windisch für seine Unterstützung. Windisch betonte, dass er für Rückfragen und einer Zusammenarbeit bei weiteren Prozessen gerne zur Verfügung stehe. Ortsvorsitzender Knebler dankte allen Teilnehmern für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und teilte mit, dass die SPD um eine dauerhafte Streetwork-Stelle für Eggenfelden kämpfen werde.

Text zum Bild: Setzen sich für einen dauerhafte Streetwork-Stelle in Eggenfelden ein: von links nach rechts: stellv. SPD Ortsvorsitzender Benjamin Lettl, stellv. Landrat Karl Riedler, SPD Fraktionsvorsitzende Renate Hebertinger, stellv. Juso Landesvorsitzender Thomas Asböck, Stadtrat Hans-Peter Luibl (SPD), 1. Bürgermeister Werner Schießl, Kreisrat Dr. Hans-Georg Wesemann (SPD), 3. Bürgermeisterin Johanna leipold, SPD Ortsvorsitzender Lars Knebler, Diana Dotzauer, Eva Winklhofer (beide Jugend gegen Rechts), Laura Weigl (JUZ-Vorstand), Stadtrat Martin Roiner (SPD), Alexander Mayer (Jugend gegen Rechts), Ingrid Jacob (Arbinger Hof e.V.), Hauptreferent Martin Windisch (bjr)

Die Presseberichte dazu:


 
 

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