Haushaltsrede von Renate Hebertinger im Eggenfeldener Stadtrat

Veröffentlicht am 15.04.2026 in Ratsfraktion

"Sehr geeehrter Herr Bürgermeister,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,

dieser Haushalt 2026 sendet eine klare Botschaft: Eggenfelden steht finanziell gut da. Besonders hervorzuheben ist die positive Entwicklung bei der Gewerbesteuer. Die Mehreinnahmen – von 6 Millionen Euro im Jahr 2025 – sind ein starkes Signal. Sie zeigen: Unsere Stadt ist wirtschaftlich gut aufgestellt und ein attraktiver Standort. Eggenfelden ist und bleibt ein attraktiver Standort. die Schlüsselzuweisung von 1,2 Millionen Euro eröffnet Spielräume. Spielräume, die wir nutzen müssen. Gute Zahlen allein sind noch kein Grund sich zurückzulehnen Gute Politik zeigt sich darin, was wir daraus machen Und wir machen etwas daraus. Wir investieren: 12,7 Millionen Euro in die Zukunft unserer Stadt. Nicht abstrakt. Nicht irgendwann. Sondern konkret. Sichtbar. Spürbar.

Wir sanieren unser Freibad – weil es mehr ist als ein Becken mit Wasser. Es ist ein Ort der Begegnung. Ein Stück Lebensqualität für alle Generationen. Wir investieren weiter in unsere Schulen – weil Bildung der Schlüssel zur Zukunft ist. Wir sanieren Straßen und Brücken – weil eine funktionierende Infrastruktur keine Kür ist, sondern Pflicht. Und wir unterstützen ein Jugendzentrum – weil junge Menschen mehr brauchen als Worte. Sie brauchen Räume. Perspektiven. Und Vertrauen.

Auch unsere Familien haben wir im Blick: Die Erweiterung des Kindergartens in Kirchberg zeigt: wir handeln, weil der Bedarf wächst. Aber bei aller Zuversicht: Wir dürfen die offenen Themen nicht aus dem Blick verlieren. Die Stadtgarage. Die Ruine obere Stadtplatz. Das Straniak-Areal. Das sind nicht nur Projekte – das sind Fragen an uns: Wie soll unsere Stadt morgen aussehen? Auch der Leerstand am Stadtplatz fordert uns heraus. Denn eine lebendige Innenstadt entsteht nicht von allein. Sie braucht Ideen. Mut. Und Zusammenarbeit. Deshalb schlagen wir eine Arbeitsgruppe vor, weil Stillstand keine Option ist.

Und ja: Auch der Klimawandel ist längst bei uns angekommen. Mehr Grün am Stadtplatz ist kein Luxus – es ist eine Investition in Lebensqualität und Zukunft. Ein weiteres zentrales Thema ist das Wohnen. Im Baugebiet „Rott am Wald“ geht es nicht nur um neue Häuser es geht um einen bezahlbaren Wohnraum und der entsteht nur, wenn man ihn politisch will. Für junge Familien. Für die nächste Generation. Denn eines muss uns klar sein: Wer hier leben will, muss sich das auch leisten können.

Bei all dem gilt aber auch: Wir verlieren die Finanzen nicht aus dem Blick. Der Schuldenabbau ist richtig. Er ist notwendig. Und er ist verantwortungsvoll. Denn solide Finanzen sind kein Selbstzweck – sie sind die Grundlage für alles, was wir gestalten wollen. Mein Dank gilt der Kämmerei, Frau Riederer-Steiger und ihrem Team. Was hier geleistet wird, verdient Respekt und Anerkennung.

Am Ende geht es nicht um Zahlen. Nicht um Haushaltsstellen. Nicht um Zuständigkeiten. Es geht um die Frage: Was für eine Stadt wollen wir? Wollen wie eine Stadt, die Probleme verwaltet – oder eine Stadt, die sie löst? Eine Stadt, die abwartet – oder eine Stadt, die handelt? Eine Stadt, die sich mit dem Heute zufrieden gibt – oder eine Stadt, die mutig an morgen denkt? Wir haben heute die Mittel. Wir haben die Möglichkeiten. Was wir brauchen, ist der Wille. Der Wille, Projekte nicht weiter aufzuschieben. Der Wille, Entscheidungen zu treffen – auch unbequeme. Und der Wille, Verantwortung zu tragen. Denn eines ist klar: Nicht die schwierigen Entscheidungen sind das Risiko. Sondern das größte Risiko ist, keine zu treffen.

Die Bürgerinnen und Bürger erwarten keine perfekten Beschlüsse. Aber sie erwarten, dass wir handeln. Denn sie haben kein Verständnis mehr für Verzögerungen, für endlose Diskussionen und für Entscheidungen, die immer wieder vertagt werden. Sie erwarten, dass wir Verantwortung übernehmen. Dass wir nicht zögern, wenn es darauf ankommt. Und genau deshalb haben wir heute eine klare Aufgabe: Die Möglichkeiten, die wir haben, auch wirklich zu nutzen. Dass dieser Haushalt einstimmig vorberaten wurde vom Haushaltsausschuss zeigt: Wir können gemeinsam arbeiten. Und es zeigt: Trotz unterschiedlicher Meinungen eint uns ein Ziel: dass wir gemeinsam Verantwortung tragen.

Für uns als SPD ist klar: Eine gute Politik verbindet wirtschaftliche Vernunft mit sozialer Verantwortung und klarem Gestaltungswillen. Dieser Haushalt wird diesem Anspruch gerecht. Und deshalb stimmen wir dem vorgelegten Haushaltplan und dem Finanzplan zu."

Renate Hebertinger,
Vorsitzende SPD-Fraktion

 

 
 

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