Sparkassen-Regionaldirektor Leonhard Kapser referiert beim SPD-Ortsverein über Schuldenkrise und Eurostabilität

Veröffentlicht am 24.07.2012 in Ortsverein

P R E S S E M I T T E I L U N G

Viele interessierte SPD-Mitglieder konnte Ortsvereinsvorsitzender Benjamin Lettl zur diesjährigen Jahreshauptversammlung des SPD-Ortsvereins in der Sportgaststätte begrüßen. Neben Delegiertenwahlen zur Stimmkreiskonferenz für die Landtagswahl und zur Wahlkreiskonferenz für die Bundestagswahl stand ein Referat des Leiters der Regionaldirektion West der Sparkasse Rottal-Inn, Herrn Leonhard Kapser, auf der Tagesordnung. Dabei ging es natürlich um die Schuldenkrise in Europa und um die Frage, ob der Euro als Gemeinschaftswährung bestehen kann.

Mit einer Bilanzsumme von 1,8 Milliarden Euro sei die Sparkasse Rottal-Inn das größte Finanzinstitut im Landkreis Rottal-Inn und überdies erster Ansprechpartner für Firmen und Privatkunden bei Fragen von Finanzierung und Geldanlagen, erläuterte Leonhard Kapser den Genossen. So gehöre es zur Philosophie des Kreditinstituts, nicht riskante Finanzgeschäfte zu betreiben, sondern den Kunden solide Anlageprodukte zu empfehlen und die heimische Wirtschaft mit kostengünstigen Krediten zu versorgen. Kapser führte aus, dass viele Eurostaaten – nicht nur die in der Diskussion stehenden Länder wie Griechenland und Spanien – eine hohe Schuldenstandsquote haben, sondern auch große Industrieländer wie Deutschland und Frankreich die Maastrichtkriterien nicht einhalten. Entsprechend sei die Verschuldungsproblematik nicht nur ein griechisches oder spanisches Problem, sondern ein gesamteuropäisches.

Der Sparkassen-Regionaldirektor ging auf politische Maßnahmen zur Eurorettung ein und veranschaulichte die Wirkungsweise von ESFS und dem Euro-Stabilisierungsmechanismus (ESM). Er persönlich gehöre nicht zu den Leuten, die vehement einen Rauswurf Griechenlands aus der Eurozone forderten, insbesondere weil dies nach den EU-Verträgen gar nicht möglich sei. Kapser glaube aber, dass in den nächsten Monaten der Zeitpunkt kommen werde, wonach Griechenland sich selbst aus der Eurozone verabschieden werde. Dies könne für das Land auch eine Chance zum Neuanfang sein, da eine abgewertete griechische Währung die Wettbewerbsfähigkeit und damit auch die Leistungsfähigkeit der griechischen Wirtschaft steigern könne.


13.07.2012: Jahreshauptsversammlung des SPD-Ortsvereins Eggenfelden.

Mit einem kleinen Buchpräsent bedankte sich die Vorstandschaft des Ortsvereins bei Leonhard Kapser für sein informatives und kurzweiliges Referat. Im Bild (v.l.): Ortsvereinsvorsitzender Benjamin Lettl, Fraktionsvorsitzende Renate Hebertinger und stellv. Ortsvereinsvorsitzender Thomas Asböck.


Er betonte, dass der Euro als Ganzes nicht in Gefahr sei. „Der Euro als Währung für den großen gemeinsamen Wirtschaftsraum hat in der Zeit seines Bestehens insbesondere für die deutsche Wirtschaft erhebliche Vorteile gebracht, weil das Risiko von Währungsschwankungen entfiel und so die deutschen Exportindustrie erheblich beflügelt hat“, so Kapser. Wichtig sei jedoch, politische Maßnahmen zu ergreifen, um die Verschuldungsproblematik wirksam einzudämmen.

Er plädierte eindringlich dafür, dass die Europäische Union eine eigene Ratingagentur errichten müsse. Bisher begebe man sich ausschließlich in die Abhängigkeit amerikanischer Ratingagenturen, die über Bonität von Finanzinstituten und Staaten nach sehr undurchsichtigen Kriterien autonom urteilen würden. Die allgemeine Eintrübung der Konjunktur sei allerdings mit Sorge zusehen. Die deutsche Wirtschaft stünde am Rande einer Rezession, die ebenfalls die Gefahr einer Deflation mit sich bringen könnte. Für das Wirtschaftsleben sei eine „gesunde Inflation“, die möglichst nicht über 2% steige, besser zu verkraften, als eine Deflation, erklärte Kapser den Anwesenden.

Einen ganz praktischen Tipp, woran man die Herkunft von Eurobanknoten feststellen könne, hatte Kapser ebenfalls noch parat. Er verteilte eine Übersicht mit den Kennbuchstaben aller Euro ausgebenden Länder. Dabei stehe ein „X“ am Anfang der Seriennummer für Deutschland, ein „S“ bspw. für Italien und ein „Y“ für Griechenland. „Wenn Sie also griechische Euroscheine in Ihrem Portemonnaie haben, dann versuchen Sie diese demnächst loszuwerden“, empfahl er scherzend den Anwesenden und fügte augenzwinkernd hinzu, man könne griechische Euronoten auch kostenlos bei ihm abgeben.

Bei den anschließenden Delegiertenwahlen zur Wahlkreiskonferenz für den Bundestag wurden Renate Hebertinger, Benjamin Lettl und Thomas Asböck gewählt. Auf der Stimmkreiskonferenz zur Aufstellung eines Landtagskandidaten vertreten den Ortsverein Benjamin Lettl, Renate Hebertinger, Thomas Asböck, Monika Frieser, Johanna Leipold und Lars Knebler.

(veröffentlicht: Rottaler Anzeiger, 03.08.2012)

 
 

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