Von einem Traumjob in den nächsten

Veröffentlicht am 11.11.2019 in Wahlen
SPD nominiert Stadtrat und Ortsvorsitzenden Benjamin Lettl als Bürgermeisterkandidaten
SPD nominiert Stadtrat und Ortsvorsitzenden Benjamin Lettl als Bürgermeisterkandidaten
SPD nominiert Stadtrat und Ortsvorsitzenden Benjamin Lettl als Bürgermeisterkandidaten
Von Petra Schlierf
Eggenfelden. Politik nach sozialen Maßstäben für Eggenfelden zu machen, hat sich Benjamin Lettl vorgenommen. Der SPD-Ortsverband hat ihn am Samstagnachmittag als Bürgermeisterkandidaten nominiert. Lettl konnte nur einen einzigen unter den 18 Wahlberechtigten nicht für sich begeistern.
Der 32-Jährige ist Vorsitzender des SPD-Ortsvereins und kam im April 2017 als Nachrücker für Karl Riedler in den Stadtrat. Im Hauptberuf arbeitet er als Sozialtherapeut im Suchtbereich – ein Traumjob, wie er in seiner Vorstellung im Restaurant Lettl verriet, den er allenfalls gegen einen anderen Traumjob tauschen würde, jenen als Bürgermeister nämlich.
In seiner beruflichen Erfahrung dürften auch einige seiner Programmpunkte wurzeln. Wird er im März gewählt, will er einen Sozialarbeiter bei der Stadt beschäftigen, der unabhängig vom Alter allen Eggenfeldenern zur Seite steht. „Mit 70 000 Euro ist das im Budget drin“, meinte er

SPD nominiert Stadtrat und Ortsvorsitzenden Benjamin Lettl als Bürgermeisterkandidaten

Von Petra Schlierf

Eggenfelden. Politik nach sozialen Maßstäben für Eggenfelden zu machen, hat sich Benjamin Lettl vorgenommen. Der SPD-Ortsverband hat ihn am Samstagnachmittag als Bürgermeisterkandidaten nominiert. Lettl konnte nur einen einzigen unter den 18 Wahlberechtigten nicht für sich begeistern.

Der 32-Jährige ist Vorsitzender des SPD-Ortsvereins und kam im April 2017 als Nachrücker für Karl Riedler in den Stadtrat. Im Hauptberuf arbeitet er als Sozialtherapeut im Suchtbereich – ein Traumjob, wie er in seiner Vorstellung im Restaurant Lettl verriet, den er allenfalls gegen einen anderen Traumjob tauschen würde, jenen als Bürgermeister nämlich.

In seiner beruflichen Erfahrung dürften auch einige seiner Programmpunkte wurzeln. Wird er im März gewählt, will er einen Sozialarbeiter bei der Stadt beschäftigen, der unabhängig vom Alter allen Eggenfeldenern zur Seite steht. „Mit 70 000 Euro ist das im Budget drin“, meinte er. 


Klimanotstand ausrufen


Gehe es nach ihm, müsse man in Eggenfelden den Klimanotstand ausrufen. „Das bedeutet, dass man zukünftig alles sehr genau unter die Lupe nimmt, bei Neubauten, bei Umbauten oder wenn’s um ÖPNV geht“, erläuterte er. Eine innovative Lösung wünscht er sich für den Umgang mit Klärschlamm, etwa über eine Verwertung zu Pellets. Der Nachhaltigkeitsgedanke geht ihm vor Ort trotz laufender Bewerbung als „Fairtrade-Town“ nicht weit genug. Ausgehend von der Stadt könne man sich bemühen, Plastikmüll oder die Zahl der weggeworfenen „To-go“-Becher zu reduzieren.

Attraktiver müsse der öffentliche Raum werden. „Das Sportzentrum ist dann extrem attraktiv, wenn es nicht zu kalt ist und nicht zu dunkel“, führte er an, ansonsten aber gebe es keine Möglichkeit. Es müssten Orte her, an denen sich die Bürger aufhalten können, ohne gleich etwas bezahlen zu müssen. Eine Trendsporthalle, zum Beispiel in alten Industriebauten, wäre eine solche Alternative. Dort könnten sich Skater oder Basketballer austoben und man könnte die Vereine einbinden, etwa den Alpenverein mit Boulder-Wänden.

Ins stadtpolitische Boot holen will Lettl Jugend und Senioren und zwar jeweils mit eigenem Budget. Auch ein Kulturetat müsse wieder her.

Beim Thema Wohnen will sich Lettl um die Potenziale im Stadtkern bemühen. Er sprach sich dafür aus, ältere Gebäude zu sanieren, per Ständerbauweise Parkplätze oder Hochwassergebiete zu überbauen, Brachflächen zu nutzen oder sogar Tiny-House-Plätze zu vermieten. Froh ist Lettl, dass die Stadt die Größe von Baugrundstücken reduziert hat, denn größere Flächen „kann sich keiner von meiner Generation leisten, der nicht geerbt hat. Das wird man nie abbezahlen können“. Im Moment könne nur bauen, wer mehr als das normale Einkommen habe.

Im Bereich Wirtschaft will sich Lettl auf Themen wie Robotik, Spieleentwicklung und E-Sports fokussieren, gerade mit Blick aufs RegioLab. In Gern gebe es mit der „Mühle“ noch Raum dafür. Außerdem will Lettl ein Wirtschaftsforum einrichten und sich über regionale Netzwerke dafür einsetzen, dass das Geld möglichst lange in der Stadt bleibt. Das touristische Potenzial sei ebenfalls nicht ausgereizt.

Handlungsbedarf bestehe zudem beim öffentlichen Nahverkehr sowie beim Schaffen von günstigem Wohnraum für Studenten, Azubis und Menschen mit Behinderung. Außerdem solle man die verkürzten Sperrzeiten überdenken.

Angriffe auf andere Fraktionen oder den Bürgermeister vermied Lettl. Im Gegenteil verteidigte er mit Blick auf die verbesserte Finanzlage im Vergleich zu 2013 sogar das, was Wolfgang Grubwinkler erreicht habe, denn nicht er allein sei es gewesen: „Wir waren auch dabei. Wir haben Rücklagen, wir brauchen keine Kassenkredite, wir können Schulden tilgen – das ist eine solidere Politik als vor sechs Jahren.“ Das müsse man nicht schlechtreden, nur weil der Bürgermeister kein SPDler sei, wenngleich die Fraktion bei der Konsolidierung manche Kröte habe schlucken müssen, etwa, wenn Gebühren erhöht wurden: „Das waren sicherlich nicht unsere Ziele. Es waren teilweise Kompromisse, die wir mitgetragen haben zum Wohle der Stadt.“

Im Wahlkampf unter dem Motto „Miteinander gestalten“ will Lettl Klinken putzen, denn „Haustürwahlkampf liegt mir. Ob das Oberkirchberg oder Gern ist und auch, wenn einem die Füße danach wehtun: Damit erreicht man die Menschen am besten.“ Die Bindung zur Stadt will er auch langfristig fördern, etwa mit einer App, mit der Bürger Missstände melden können. Den Rücken stärkte dem Kandidaten nicht nur sein Ortsverein mit 97 Prozent Zustimmung, sondern auch Kreisvorsitzender Alfred Feldmeier und MdB Florian Pronold.
 


Bericht im Rottaler Anzeiger vom 11.11.2019 lesen:


 

 
 

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