
SPD stellt ihre Ziele und Visionen für die kommunale Zukunft vor – Mehrere Stadtratskandidaten sprechen
Von Gerd Kreibich
Eggenfelden. Großes Interesse an kommunalpolitischen Themen zeigte sich bei einer Informationsveranstaltung der SPD Eggenfelden im Gewölbe des Lokals „Mariandl“. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung gefolgt, um sich über die inhaltlichen Schwerpunkte der Sozialdemokraten zur Kommunalwahl am 8. März zu informieren. Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Politik auf Augenhöhe“ – ein Anspruch, der sich sowohl in der Präsentation als auch in der offenen Diskussionskultur des Abends widerspiegelte.
Für konkrete und umsetzbare Ideen
Zu Beginn begrüßte Ortsvorsitzender Benjamin Lettl die Gäste und betonte, dass es der SPD Eggenfelden nicht um wohlklingende Schlagworte, sondern um konkrete und umsetzbare Ideen für die Stadt und den Landkreis gehe. Politik müsse erklärbar, nachvollziehbar und ansprechbar sein, so der Tenor. Entsprechend war die Veranstaltung klar strukturiert, ließ aber bewusst Raum für Austausch und Rückfragen.
Den inhaltlichen Auftakt bildete der Themenblock „Wir für unsere Stadt“, präsentiert von Benjamin Lettl. Ein zentrales Anliegen sei es, Leerstände im Stadtgebiet aktiv anzugehen und vorhandene Potenziale besser zu nutzen. Dabei ging es unter anderem um städtische Immobilien wie das alte Rathaus oder das Sudhaus. Ebenso wurde das Thema Bürgerbeteiligung angesprochen. Mit der Wiedereinführung eines Jugendstadtrats und regelmäßigen Workshops an Schulen wolle man jungen Menschen wieder mehr echte Mitspracherechte eröffnen. „Wer früh erlebt, dass die eigene Meinung zählt, bleibt auch später politisch interessiert“, so Lettl.
Anschließend widmete sich Stadtratskandidat Christian Berg dem Bereich soziale Verantwortung. Vorgestellt wurden Ideen für neue soziale Anlaufstellen, etwa eine zentrale Vermittlungsstelle bei Nachbarschaftskonflikten sowie verstärkte Angebote zur Mobbing-Prävention in Schulen und in der Nachbarschaft. Auch Barrierefreiheit spielte eine wichtige Rolle. Geplant ist ein stadtweiter Barriere-Check, ergänzt durch Begegnungsangebote für Menschen mit und ohne Behinderung. „Eine soziale Stadt erkennt man daran, wie sie mit den Schwächeren umgeht“, sagte Renate Hebertiger.
Wie sich Stadtbild und Lebensqualität weiterentwickeln lassen, erläuterte Stadtratskandidat Konrad Aigner. Er sprach sich für eine gezielte Belebung des Stadtplatzes aus, unter anderem durch die Nutzung leerstehender Obergeschosse für neuen Wohnraum. Auch kreative Ansätze wie Street-Art-Projekte mit Jugendlichen wurden vorgestellt. Ergänzend ging es um ein Schutzkonzept für Silvester, das durch ausgewiesene Feuerwerksflächen Wohngebiete entlasten soll, unterstrich Kandidatin Madeleine Strasser.
Den Themenkomplex Wirtschaft und Verantwortung stellte Stadtratskandidat Lettl vor. Solide Finanzen, eine leistungsfähige Verwaltung und der Ausbau digitaler Bürgerservices seien entscheidend, um wichtige Zukunftsprojekte stemmen zu können. Genannt wurden unter anderem Investitionen in Betreuungsplätze und die Sanierung des Schwimmbads. Gleichzeitig wolle man Gewerbe und Start-ups gezielt fördern. „Handlungsfähigkeit entsteht nur, wenn Vernunft und neue Ideen zusammenkommen“, erklärte Benjamin Lettl.
Weitere Programmpunkte stellte Stadtratskandidatin Renate Hebertinger im Bereich Generationen und Zusammenhalt vor. Neben dem Ausbau von Kitas und flexibleren Arbeitszeitmodellen ging es um die Reaktivierung eines Jugendzentrums, die Stärkung von Vereinen sowie um Angebote für Seniorinnen und Senioren. Stadtratskandidat Thomas Asböck ergänzte dies mit dem Themenfeld Infrastruktur und Mobilität, Schwerpunkt legte er auf einen bezahlbaren und sinnvoll ausgelegten Öffentlichen Personennahverkehr. Bezahlbarer Wohnraum, sichere Rad- und Fußwege, ein Nahverkehr und mehr Barrierefreiheit standen hier ebenfalls im Mittelpunkt.
Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine offene Diskussionsrunde. Viele Gäste nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen, Anregungen zu geben und eigene Erfahrungen einzubringen. Der direkte Austausch wurde von den Anwesenden sichtbar geschätzt: „Wir wollen weiterhin die Fraktion sein, deren Mitglieder für die Anliegen der Menschen in unserer Stadt ein offenes Ohr haben, das ist unser Anspruch als SPD Eggenfelden“, so Benjamin Lettl. Gute Politik müsse gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern gestaltet werden.
Text zum Bild: Sie präsentierten sowohl die Liste der Kandidierenden als auch Ideen für die Stadt Eggenfelden: (von links) Landratskandidat und SPD-Vorsitzender Benjamin Lettl, Hülya Adigüzel, Ulrike Scholz, Madelaine Strasser, Erhan Adigüzel, Nathalie Edmaier, Christian Berg, Renate Hebertinger und Thomas Asböck. − Foto: Kreibich
(Ein Artikel des Rottaler Anzeiger, 12.02.2026)