SPD-Ortsverein feiert 100. Geburtstag – Ehrungen für Martha Swoboda und Hans Kreck
Eggenfelden. 100 Jahre SPD-Ortsverein: Diesen runden Geburtstag haben die Eggenfeldener Genossen in würdigem Rahmen gefeiert. Zur Festveranstaltung im Stadtsaal waren Parteimitglieder aus drei Generationen und viele Gäste gekommen, unter ihnen auch der Vizepräsident des Landtages, Franz Maget.
Nach dem Sektempfang im Foyer des Stadtsaals hat Lars Knebler als Ortsvorsitzender der Sozialdemokraten nicht nur die rund 130 Gäste begrüßt, sondern in einem chronologischen Abriss auch die Geschichte des Ortsvereines, der 1911 gegründet worden war, Revue passieren lassen. Der Ofensetzer Wilhelm Kreck, die Fabrikanten Anton Straßner und Adolf Neumayer und der Glasermeister Lorenz Fichtner waren die „Gründerväter“, und im Laufe der Jahrzehnte hat sich der Ortsverein zu einem wichtigen Faktor der Kommunalpolitik entwickelt.
Und so kam durchaus auch so etwas wie Wehmut auf, als an die ganz großen Zeiten erinnert wurde: die absolute Mehrheit im Stadtrat und mit Hans Kreck und Karl Riedler 42 Jahre sozialdemokratische Bürgermeister – diese Zeiten sind vorbei, aber das muss nicht immer gelten, wie Lars Knebler klar stellte: „Wir werden weiter daran arbeiten, sozialdemokratische Schwerpunkte in Eggenfelden zu setzen und die kommunale Politik weiterzuentwickeln“.
Zu einem richtigen Geburtstag gehört selbstverständlich auch eine Torte und die wurde angeschnitten von den beiden Altbürgermeistern Hans Kreck (2. von links), Karl Riedler (2. von rechts) sowie von MdL Bernhard Roos (rechts) und SPD-Ortsvorsitzendem Lars Knebler.
Nach dem Grußwort Kneblers gab es eine reizvolle musikalische Unterbrechung, gestaltet vom Duo „Con fuoco“, zwei sehr begabten jungen Musikern am Klavier und Violoncello, die dem gesamten Festakt einen musikalisch gelungenen Rahmen gaben.
Danach dann die Grußworte, zunächst von Bürgermeister Werner Schießl. Er gratulierte zum 100. Geburtstag und verwies auf die vielen Meilensteine in der Stadtentwicklung, die unter maßgeblicher Beteiligung der Sozialdemokraten entstanden waren. Insbesondere Hans Kreck habe immer wieder Visionen gehabt und diese dann auch umgesetzt. Die Hochwasserfreilegung an der Rott habe die Möglichkeit zur industriellen und wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt geschaffen, Musikschule und Kulturzentrum Schlossökonomie hätten die Stadt gesellschaftlich und kulturell nach vorne gebracht. Die Sozialdemokraten seien in der Stadtpolitik aber auch immer für die „kleinen Leute“ eingetreten. Als Bürgermeister schätze er die Zusammenarbeit mit den Stadtratskollegen der SPD sehr.
Renate Hebertinger nannte den 100. Geburtstag des Ortsvereines einen „historischen Anlass“. „Ich habe großen Respekt vor allem vor allen Mitgliedern, die den Ortsverein in schwierigen und dunklen Zeiten gegründet und ihm die Treue gehalten haben“, so die Kreisvorsitzende. Altbürgermeister Karl Riedler befand: „Die SPD ist es wert, dabei zu sein“. Wer sonst würde sich auch auf kommunaler Ebene für die „kleinen Leute“ einsetzen, fragte Riedler. Diesen Aspekt der SPD-Arbeit schrieb er auch den jüngeren Mitgliedern und Verantwortungsträgern der Partei ins Stammbuch: „Politik darf nicht nur mit dem Kopf, sie muss auch mit dem Herzen gemacht werden“.
SPD-Bezirksvorsitzender Michael Adam wünschte den Eggenfeldener Genossen viel Erfolg „für die nächsten 100 Jahre“.
MdL Bernhard Roos zog wie Riedler eine Parallele zwischen Herz und Politik: „Unsere Partei trägt mit Rot die Farbe des Herzens, das muss uns auch in Zukunft prägen“, so der Abgeordnete.
Nie Grundwertein Frage gestellt
Franz Maget, Vizepräsident des Landtages, machte deutlich, dass die lange Geschichte der SPD nicht nur in Eggenfelden vor allem deshalb möglich sei, weil die Partei nie ihre Grundwerte Freiheit und Solidarität in Frage gestellt habe. „Natürlich müssen wir diese Werte in die neue Zeit mitnehmen und übertragen, denn die Herausforderungen ändern sich ständig“, unterstrich Franz Maget. Die SPD habe sich die Offenheit für Diskussionen immer bewahrt, ihre Grundfundamente dabei aber nie vergessen oder gar verraten.
Zwei hohe Ehrungen wurden im Rahmen der Jubiläumsfeier vollzogen. Martha Swoboda wurde als Gründungsmitglied des SPD-Ortsvereines nach dem Zweiten Weltkrieg für ihr 65-jähriges Engagement in der Partei geehrt und freute sich ganz besonders darüber, dass aus diesem Anlass auch eine Abordnung des Ortsverbandes München-Laim angereist kam, dem sie während ihres Münchner Lebensabschnittes eine wichtige Stütze gewesen war.
Alt-Bürgermeister Hans Kreck wurde zum Ehrenmitglied ernannt und er bewies in seiner Dankesrede, dass er es selbst mit fast 90 Jahren noch schafft, die Zuhörer zu begeistern: mit „Standing Ovations“ wurde er für seine Forderung belohnt, die SPD möge endlich wieder zur Einigkeit zurückfinden: „Wenn wir es schaffen, das Vertrauen der Menschen, das wir sicher verdienen, wieder zu gewinnen, dann geht es auch auf kommunaler Ebene wieder heraus aus der Opposition zurück in die Verantwortung“, appellierte Hans Kreck.
Abgeschlossen wurde die Veranstaltung mit einem Ehrensalut des Historischen Landwehrzuges – ein Salut, den sich der Ortsverein nach 100 Jahren redlich verdient hat.
Auszeichnung für ein Urgestein: Martha Swoboda wurde für ihre lange Mitgliedschaft und als Gründungsmitglied der SPD in Eggenfelden bei der Neugründung des Ortsvereines nach dem Zweiten Weltkrieg geehrt. Es gratulierten (von links) Ortsvorsitzender Lars Knebler, stellvertretender Ortsvorsitzender Benjamin Lettl, Kreisvorsitzende Renate Hebertinger, Landtagsvizepräsident Franz Maget und Werner Brandl vom langjährigen Ortsverein Martha Swobodas in München-Laim.
(Quelle: Rottaler Anzeiger, 16.05.2011)